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Das Piedra Haus , Anfang der fünfziger Jahre von der Gesellschaft
'Ehrenberg und Maroto Architekten’ entworfen und gebaut, ist eine Musterbeispiel der ausgezeichneten Modernen Architektur die in der Zeitspanne zwischen 1950-1970 in verschiedenen Bezirken der Hauptstadt San Joses errichtet wurde. Es war die Zeit, in der die Samen der Modernen Architektur, über den Umweg der USA oder direkt aus Deutschland, an die Peripherie der okzidentalen Zivilisation gelangten und auf tropischfruchtbaren Boden fielen. Es war der Moment eines sozialdemokratischen Aufbruches, in dem die beteiligten Bürger unter Anderem ihr eigenes architektonisches Programm konzipierten und umsetzten.
An diesen Bauten kann man eine Vielzahl serienmäßig produzierter Problemlösungen entdecken: Eine unrecherchierte Bilanz eines über Jahre andauernden dialektischen Lernprozesses, der sich heute noch vor unseren Augen im Raum entfaltet: Dächer, Schattenelemente, Betonplatten, Säulen, Geländer, Bodenmuster und Terrassierungen, die sich organisch der Topographie anpassen und schon ein halbes Jahrhundert den erbarmungslosen tropischen Bedingungen trotzen. Bauten, die wegen ihrer abstrakten Form und klimatischen Anpassungsfähigkeit hierzulande wegweisend sein sollten und trotzdem ignoriert bleiben.
Durch die Restauration des Piedra Hauses hatten wir die einmalige Möglichkeit hautnah mit diesem hierzulande verkannten Erbe in Kontakt zu kommen und unser persönliches Dankeschön an die vergessenen und bereits verstorbenen Meister zu äußern. Auf Grund der unordentlichen städtischen Entwicklung, die in San José seit den siebziger Jahren stattgefunden hat, flüchteten viele der Einwohner dieser Bezirke an die Peripherie der Stadt (z.B. Santa Ana), weshalb viele dieser Häuser in Büros umgebaut und meistens bis zur Unkenntlichkeit zerstört wurden. Heutzutage besteht die Hoffnung auf eine rückläufige Tendenz, denn anstatt Büros gibt es immer mehr Restaurants in den ursprünglichen Gebäuden und auch Privatbesitzer wie Herr Piedra trauen sich wieder zurück in das Zentrum der Stadt und fühlen sich in den Bauten mit dem Flair der fünfziger Jahre zuhause.

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