Costa Rica ins Deutsche übersetzt heißt buchstäblich ‚Reiche Küste'. Mit über 2000 km Strand an den beiden größten Ozeanen der Welt, hat das Land eine ungewöhnliche Vielfalt an Küstengebieten. Neben den einheimischen suchen seit einigen Jahren verstärkt auch ausländische Touristen diese Strände auf. Palo Seco liegt in der Mitte der pazifischen Küste Costa Ricas und war bis vor kurzem noch ein ökonomisch unbedeutsamer Ort.
Vor dem Tourismusboom der neunziger Jahre, war die Produktion von Bananen und später Ölpalmen der United Fruit Company der größte Arbeitsgeber in dieser Gegend. Auf diese Weise haben über ein Jahrhundert lang die verschiedenen aufeinander folgenden Produktionsverfahren und die damit verbundenen sozialen Strukturen ihre Spuren in der kulturellen Landschaft dieser Gegend hinterlassen. Die rationalen Bauten aus Holz und Wellblech, auf Stelzen gestützt, die ein halbes Jahrhundert zuvor von der United Fruit Company aufgestellt wurden und wegen ihrem Bausystem und ihrer Anpassungsfähigkeit an den klimatischen Kontext auffallen, sind ein Beispiel dieser Spuren. Auch auf Palo Seco, einer Landzunge, umgeben von Mangroven im Norden und dem Pazifischen Ozean im Süden, bestehen weiterhin diese Spuren. In diesem Falle spiegeln sie sich aber nicht in Bauwerken, sondern in einer Anlage von Kokosnusspalmen wider. Diese war zur Zeit der United Fruit Company in Form eines 4x4m Rasters über die ganze Insel gebaut worden. In den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde durch die hiesigen Behörden ein Masterplan für die Landzunge erstellt. Dieser sieht vor, dass nur kleine Grundstücke vergeben werden, was dazu führte, dass schon bald hauptsächlich kleine Bauprojekte entstanden. Unter diesen befindet sich das Projekt Palo Seco Lodge. Die ungewöhnliche Form des Grundstückes - 24x180m und die prägnante Anwesenheit der Palmen, gehörten von Anfang an zu den wichtigsten Faktoren im Entwurfprozess. Es waren gefragt: Ein Wächterhaus, 4 Bungalows, ein Schwimmbecken, sowie ein Privathaus für Frau Streleczky und eine Anlegestelle für Boote am nördlichen Ende des Grundstückes. An der Einfahrt zu der Anlage ist ein Restaurant geplant. In der Strukturierung des Lageplans nahmen wir das Raster der Palmen auf. Um die Strenge des Rasters aufzulockern und zugleich den Platz auf dem Gelände bestmöglich auszunutzen, stellten wir die geplanten Gebäude diagonal zum Raster. Das entwickelte Bausystem inspiriert sich an den ursprünglichen Bauten der United Fruit Company: Jedes der Gebäude steht auf vorfabrizierten Betonpfeilern, die sowohl Erdbeben wie Fluten standhalten können. Gegen Regen und Sonne schützt ein großes Wellblechdach, das von der Holzstruktur getragen über dem Gebäude schwebt, und damit eine konstante Durchlüftung gewährleistet.
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