Die Planung und Gestaltung von Infrastruktur ist an sich keine ungewöhnliche Aufgabe für ein Architekturbüro. Die Instandsetzung einer abgelegenen ca. 12 km langen Strecke in den Bergen von Talamanca , die vor dem Eingriff eher einem Trampelpfad glich welcher während der Regenzeit gerade noch zu Pferd passierbar war, ist dann doch eher eine Aufgabe außerhalb des Gewohnten.
Mit der Absicht, das Privatgrundstück eines Kunden zu jeder Jahreszeit mit dem Auto erreichbar zu machen, galt es, die Strecke zwischen Chánguena und Santa Lucía instand zu bringen. Um dies zu erreichen, wurde in einem ersten Schritt die gesamte Strecke auf eine Breite von 5 m erweitert, wobei ca. 90.000 m3 Erde bewegt werden mussten. In den darauf folgenden Bauphasen wurde die Straße an den notwendigen Stellen mit Betonregenrinnen versehen, Brücken verstärkt bzw. erweitert und die Fahroberfläche an den kritischsten Strecken mit einer Zementschotterschicht ausgestattet. Von besonderer Schwierigkeit waren die abgelegene Lage der Baustelle, der Mangel an verwendbarem Baumaterial vor Ort, die schwierigen Wetter- bzw. Topografiebedingungen so wie die Koordination auf der Politisch-Bürokratischen Ebene.
Es handelt sich bei diesem Projekt um eine der größten mit Privatkapital durchgeführten Investitionen in die öffentliche Verkehrsinfrastruktur, die in Costa Rica stattgefunden hat. Dass dies auch noch an einem so abgelegenen Ort wie Chánguena geschieht, ist von besonderer Bedeutsamkeit. Sicherlich sind die Bewohner dieser vom Staat vernachlässigten Gegend, überwiegend Bauern, diejenigen, die am meisten von dieser neuen Infrastruktur und der aus ihr entstehenden ökonomischen Dynamik profitieren werden. Gleichzeitig bringt diese Entwicklung aber auch neue Herausforderungen für die örtliche Gemeinde, welche erst noch beweisen muss, ob sie die neuen Möglichkeiten für sich zu nutzen weiß.

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