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Als im Jahre 2002 Guido Sáenz zum zweiten Mal das Amt des Kulturministers antrat, war eines seiner Hauptziele die staatliche Tanzschule „Taller Nacional de Danza“ (TND), die in den letzten Jahren eine recht geringe Rolle im kulturellen Lebens Costa Ricas gespielt hatte, in den Vordergrund zu bringen.
Bereits während seiner ersten Amtszeit (1977-1978) hatte Sáenz die klassische Musik als einer der wichtigsten Akteure der kulturellen Landschaft gefördert und mit der Neustrukturierung des „Staatlichen Sinfonieorchesters“ große Erfolge erzielt. Dreißig Jahre später sollte nun Ähnliches mit den choreographischen Künsten geschehen. Unter der Leitung der Choreographen und Tänzer Jimmy Ortiz und Carlos Ovares, bedeutete die Umstrukturierung des TND auch die Einführung eines neuen pädagogischen Konzepts. Die Schule sollte sich zu einem der Öffentlichkeit zugänglichen choreographischen Experimentierraum entwickeln. Tanzunterricht für Jung und Alt gehörten ab nun zum Angebot, sowohl für professionelle Tänzer als auch für Amateure. Für so ein Vorhaben erwies sich die bisherige Einrichtung, eine alte Sporthalle im Zentrum der Hauptstadt San José, aber als viel zu klein. Der geplante Neubau sollte die Wandlung des TND verkörpern und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Geschehen in seinem Innern lenken.
Gewünscht waren zwei neue Unterrichtssäle, Büros für die Verwaltung sowie eine Videothek und ein Imbiss für die Besucher. Dies bedeutete, dass die bisherige Nutzungsfläche verdreifacht werden musste. Dabei sollte aus Kostengründen die bestehende Struktur der in den 60er Jahren gebauten Halle komplett erhalten bleiben. Sie beanspruchte allerdings bereits die Gesamtfläche des zur Verfügung stehenden Grundstückes. Eine ungewöhnliche Parzellenform bereitete zusätzliche Schwierigkeiten. Die von uns vorgeschlagene Lösung besteht darin, einen von der vorhandenen Struktur unabhängigen Überbau aus Metall zu konzipieren, wodurch drei zusätzliche Geschosse hinzugefügt werden. Der Bau wird in drei aufeinander folgenden Etappen durchgeführt, die ersten beiden wurden bereits beendet.
Um die Einheit aller Künste zu symbolisieren, sollen sich verschiedene repräsentative costaricanische Künstler das Gebäude mit ihren Werken bereichern, wobei einer der auffälligsten Eingriffe vom Künstler Hernán Arévalo in Form eines Wandreliefs durchgeführt wird. Dieses befindet sich auf der Nordfassade des Gebäudes und wird von der sich dahinter liegenden Theaterakademie aus sichtbar sein. Die prägnante Formensprache des Gebäudes führte dazu, dass es von seinen Nutzern „El Barco“ (Das Boot) getauft wurde.
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