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Das Grundstück, auf dem das Baardse Haus steht, befindet sich innerhalb des „Eco-Residencial Villa Real“, einer privat entwickelten Siedlung, die, so wie viele andere Wohnprojekte dieser Art, ab Mitte der neunziger Jahre im Ort Santa Ana entstanden sind. Diese, von einer hohen Betonmauer umgebene Wohnsiedlung, wurde von ähnlichen Projekten in den USA abgeschaut und aus rein spekulativen Gründen in den hiesigen städtischen und sozialen Kontext verpflanzt. Aus ökonomischer Sicht mit viel Erfolg, in städtebaulicher und sozialer Hinsicht aber mit dubiösen Ergebnissen. Diese Siedlung zeichnet sich durch einen streng kontrollierten Personenzugang und einen einheitlichen, vorgeschriebenen Baustil aus. Durch die Vorstellungen der Bauherrin Gisela Baardse sollte der Bau ihres Hauses von Anfang an eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Art von städtischer Entwicklung darstellen.
Zunächst stand das unkonventionelle architektonische Programm im Vordergrund. Gesucht war ein einheitlicher Raum, in dem auf sehr informelle Weise sowohl die verschiedenen Funktionen, als auch das Innen und das Außen des Gebäudes ineinander fließen sollten. Im Gegensatz zu allen anderen Häusern in der Nachbarschaft, sollte das Auto nicht durch eine riesige Garageneinfahrt als Wohlstandssymbol verherrlicht werden, sondern in den Hintergrund treten. Die Garage wurde vom Haus getrennt und der Zugang zum Haupteingang über eine Fußgängerbrücke in den Vordergrund gestellt. Auch der Baustil, in den Vorschriften zum Bau der Siedlung als "neokolonial" definiert, und die Anwendung der in ihnen erlaubten Materialen wurden durch den Entwurf des Hauses in Frage gestellt. Dieses geschah natürlich nicht ohne großen Widerstand seitens der Entwickler.
Der Geplante Bau sollte mit so wenig Erdabtragung und sonstigen Eingriffen in die ursprüngliche Topografie und Vegetation stattfinden wie nur möglich. Deshalb wurde der Einsatz von Betonstelzen bevorzugt. Das Ergebnis ist ein doppelstöckiges Gebäude mit Wänden aus Ziegelstein und Glas. Die Struktur besteht aus Beton, Stahl und Holz. Das Haus zeigt sich zur Straße geschlossen und verbirgt in seinem Inneren unter Anderem einen doppelstöckigen Raum, der mit einer 6 x 12 m großen Glasfassade ausgestattet ist und die vorzügliche Sicht in Richtung Osten frei gibt. Zum Schutz vor einer zu starken Sonneneinstrahlung spenden das Überdach und eine Terrasse aus Stahl und Holz, die an der Glasfassade angebracht ist, den notwendigen Schatten. Die Terrasse wiederholt sich im Erdgeschoss. Zusammen wirken sie wie Pfeile, die in Richtung Horizont weisen und das Gefühl geben, als würde das Innere des Hauses nach außen fließen und umgekehrt.
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